Jenny Mucchi-Wiegmann
1895 Berlin – 1969 Berlin
Mucchi-Wiegmann gehört zu den wichtigen Bildhauerinnen der Berliner Kunstszene der 1920er Jahre. Nach ihrer Ausbildung bei Lovis Corinth und August Kraus studierte sie von 1919 bis 1923 Holzbildhauerei bei Hans Peratoner an der Hochschule für bildende Künste in Berlin. In den 1920er Jahren entwickelte sie dort eine eigenständige, kraftvolle Formensprache zwischen Realismus und archaischer Vereinfachung. Studien- und Arbeitsaufenthalte führten sie nach Rom, Hagen, Spanien und Südfrankreich; in Hagen entstand 1926/27 ein Relief für die neue Franziskanerkirche. Ab 1928 war sie Mitglied im Verein der Berliner Künstlerinnen und regelmäßig an dessen Ausstellungen beteiligt.
Ab 1930 arbeitete Mucchi-Wiegmann als freischaffende Bildhauerin in Berlin. 1931–33 hielt sie sich in Paris auf, bevor sie 1934 mit ihrem Mann, dem Maler Gabriele Mucchi, nach Mailand übersiedelte. Dort setzte sie ihr plastisches Werk fort und wandte sich zunehmend auch gesellschaftlichen und politischen Themen zu. Ihr Œuvre umfasst Akte, Reliefs, Porträtbüsten und Arbeiten für den öffentlichen Raum. Charakteristisch sind eine konzentrierte, körperbezogene Formensprache und die Verbindung von realistischer Darstellung mit archaisierenden Elementen.