Georg Kolbe
1877 Waldheim – 1947 Berlin
Kolbe zählt zu den bedeutendsten Bildhauern der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sein künstlerischer Nachlass dokumentiert ein vielseitiges Schaffen, das wesentlich von der Auseinandersetzung mit dem modernen Menschen, der Bewegung des Ausdruckstanzes und dem Verhältnis von Skulptur und Raum geprägt ist. Neben seinen idealisierten und expressiven Aktplastiken gehören auch die vielfältigen Bezüge zu Künstlerinnen und Architektinnen seiner Zeit zu seinem künstlerischen Umfeld. Kolbe stand unter anderem mit Max Beckmann, Renée Sintenis, Ernst Barlach und Karl Schmidt-Rottluff in engem Austausch und arbeitete im Dialog mit Architekten wie Ludwig Mies van der Rohe, Walter Gropius, Hans Poelzig und Bruno Taut. Seine Skulptur „Morgen“ wurde 1929 im Barcelona-Pavillon von Mies van der Rohe aufgestellt und verdeutlicht exemplarisch die Verbindung von Kolbes Bildhauerei und der Architektur der Moderne.
Auch Kolbes Atelier- und Wohnhaus im Berliner Westend ist Teil dieses Zusammenhangs. Der in den späten 1920er-Jahren entstandene Bau war für ihn ein Ort, an dem sich Kunst, Natur und Architektur unmittelbar miteinander verbanden. Heute befindet sich hier das Museum, das auf Kolbes Wirken zurückgeht und seit 1950 seinen vollständigen künstlerischen Nachlass bewahrt, verwaltet und erforscht. Damit ist der Ort zugleich Bewahrungsstätte seines Werks und ein Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit Kolbes künstlerischem Umfeld und seiner Bedeutung für die Kunst der Moderne.