Renée Sintenis. Berliner Bildhauerin (1888-1965)

24/11/2013–30/03/2014

1/5 Renée Sintenis, Selbstporträt 1923
1/5 Polospieler II, 1929, Bronze, Höhe 45 cm, Privatsammlung, Foto: Bernd Sinterhauf
1/5 Renée Sintenis: Berliner Bär, 1956
1/5 Renée Sintenis, Installationsansicht, Georg Kolbe Museum, Berlin 2013, Foto: Enric Duch, © VG Bild-Kunst, Bonn 2013
1/5 Renée Sintenis, Installationsansicht, Georg Kolbe Museum, Berlin 2013 Foto: Enric Duch, © Georg Kolbe Museum, Berlin

Eine umfassende Werkschau der Berliner Bildhauerin zum 125. Geburtstag

Renée Sintenis (1888–1965) war eine der bedeutendsten Bildhauerinnen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Ihre berühmteste Skulptur ist der Berlinale Bär, der seit über 60 Jahren als symbolträchtige Ikone auf den Internationalen Filmfestspielen verliehen wird. Anlässlich ihres 125. Geburtstags widmet das Georg Kolbe Museum der Berliner Bildhauerin eine umfassende Einzelausstellung. Die Retrospektive vereint mehr als 100 Plastiken des vielfältigen Werks, dazu gehören in Bronze und Silber gegossene Tierfiguren, eindrucksvolle Darstellungen von Sportlern sowie expressive Porträts, darunter Bildnisse ihrer engsten Freunde wie zum Beispiel Joachim Ringelnatz, der auch eine Reihe von liebevoll augenzwinkernden Gedichten für die Bildhauerfreundin verfasst hat. Eine Auswahl grafischer Blätter gibt aufschlussreiche Einblicke in ihre treffsicheren Studien der tierischen Physiognomie. Darüber hinaus übermittelt eine Vielzahl von historischen Fotografien ein lebendiges Bild der emanzipierten Protagonistin der Berliner Kunstszene der Vorkriegszeit, die zum Inbegriff des viel beschworenen Typus einer ‚Neuen Frau‘ wurde. Die Leihgaben der Ausstellung  stammen überwiegend aus der Berliner Sammlung Knauf, ergänzt durch Werke aus dem Bestand der Neuen Nationalgalerie, die den Nachlass der Künstlerin betreut sowie aus der Sammlung des Georg Kolbe Museums.

Zur Ausstellung erscheint ein umfassender wissenschaftlicher Katalog, der das bildhauerische Schaffen von Renée Sintenis vorstellt.

AUSGEWÄHLTE PRESSESTIMMEN

tip Berlin
„Sie konnte mit 1,80m Körpergröße nicht übersehen werden, trug extravagante Kurzhaarschnitte und entsprach mit ihrer kultivierten Androgynität so recht dem Typ der „Neuen Frau“.“ (Martina Jammers, Januar 2014)

taz
„Gazellen, die Nase in den Wind erhoben, Rehe, die sich niederknien , ein Rind, zum Schlafen zusammengerollt: Sie haben alle zusammengefunden auf einer beinahe paradiesisch anmutenden Weide, die das Georg Kolbe Museum mit den kleinen Tierskulpturen von Renée Sintenis bestückt hat.“ (Katrin Bettina Müller, 06.01.2014)

Queer
„Über die sexuellen Vorlieben von Renée Sintenis ist wenig bekannt, doch die Lesbenwelt vereinnahmt sie gerne für sich (ein Blick auf das Ausstellungsplakat, und man weiß sofort warum). Sie heiratete zwar 1917 den wesentlich älteren Maler Emil Rudolf Weiß, der sie künstlerisch protegierte, doch liegt auf dem Waldfriedhof in Berlin-Dahlem neben ihr nicht ihr Mann, sondern die Frau, die ihre letzten Lebensjahre begleitete: ihre „Haushälterin“ und Alleinerbin Magdalena Goldmann, die Renée Sintenis um rund zwanzig Jahre überlebte.“ (Elke Koepping, 30.12.2013)

Neues Deutschland
„Die Sintenis beherrschte die Spannung und deren Ausgleich bei den von ihr dargestellten Körpern. Diese besitzen den Reiz der Lebendigkeit und eine bei aller Stilisierung trotzdem unstilisiert wirkende Echtheit und Wahrhaftigkeit.“ (Klaus Hammer, 18.12.2013)

Berlin-Woman
„Bubikopf, Körpergröße: 1,80 m, Akademiemitglied, Bohèmienne und Avantgardistin. In vielerlei Hinsicht war die Bildhauerin Renée Sintenis (20.03.1888-22.04.1965) “die erste Frau” in der Berliner Kunstszene ihrer Zeit.“ (Carola Muysers, 10.12.2013)

art online
„Eine Retrospektive im Georg-Kolbe-Museum zeigt, dass sie darüber hinaus auch wunderbare Bewegungsstudien etwa von Jockeys in Bronze festgehalten hat, die einen Vergleich mit den berühmten Reiterbildnissen von Edgar Degas nicht zu scheuen brauchen.“ (Petra Bosetti, 05.12.2013)

tv.berlin
„Sie ist die Schöpferin des Berlinale-Bären, der den Filmfestival-Gewinnern seit mehr als 60 Jahren überreicht wird. Zum 125. Geburtstag der Künstlerin Renée Sintenis widmet das Berliner Georg Kolbe Museum der Bildhauerin eine umfangreiche Werkschau.“ (25.11.2013)

Tagesspiegel
„Die Daphne, von der ein Exemplar im New Yorker Museum of Modern Art steht, gehört zu den Prunkstücken einer großartigen Ausstellung, mit der das Georg-Kolbe-Museum die Berliner Bildhauerin zu ihrem 125. Geburtstag ehrt.“ (Christian Schröder, 25. 11.2013)

Stilbruch
„Zu diesem Berliner Bär hat Hermann Noack eine besondere Beziehung. Jedes Jahr wird die kleine Ausgabe des Autobahn-Bären in seiner Bronzegießerei für die Berlinale gefertigt. Und Hermann Noack hat die Frau, die die Bären geschaffen hat, noch kennen gelernt: Renée Sintenis.“ (Anna Bilger, 21.11.2013)